Marion
Hirschmann mit Rumba aus dem Blumental beim Training (Freifolge)
Ziel des Training in der Unterordnung ist es, dass der Hund mit und ohne Leine dem Hundeführer freudig folgt und alle Übungen, wie Sitz. Platz und Steh aus der Bewegung schnell und korrekt entsprechend den Prüfungsordnungen ausführt.
Mit dem Training kann man bereits mit einem sehr jungen Hund beginnen, wenn der Hundeführer den Hund seinem Alter entsprechend fördert und fordert. Bei Hunden bis 6 Monaten bahnen wir alle Übungen über Futter an und machen den jungen Hund über Körperkontakt belastbar.
Die Handhabung des Futters
Die
Art des Futters ist sehr wichtig. Es muss vom Hund sehr gern gefressen
werden und so weich sein, dass er es ohne zu kauen schlucken kann. Bewährt
haben sich kleine Wurststücke in der Größe eines Fingernagels.
Kalorienarme Varianten sind gekochte Hühnerherzen oder -leber, aber auch
aufwendiger in der Vorbereitung.
Der entscheidende Faktor beim Üben mit Futter ist der Zeitpunkt der
Belohnung. Um ein gewünschtes Verhalten zu bestärken, muss das Futter
während des Verhaltens oder ganz kurz danach gegeben werden.(1 - 2
Sekunden) Deshalb
ist es wichtig, dass es schnell zur Hand ist. Vorteilhaft ist die
Benutzung von Gürteltaschen oder so genannte Trainingsjacken, in denen
das Futter schnell greifbar ist.
Bevor man anfängt gezielt zu üben, sollte man seinen Hund aus der Hand
füttern können, ohne dass dabei Futter auf den Boden fällt, dies würde
seine Aufmerksamkeit sonst nur auf den Boden lenken.
Aufmerksamkeit lehren
Diese
Übungen haben nichts mit dem formalen Üben zu tun, sind aber eine sehr
wichtige Voraussetzung.
Man fängt damit an, dass der Hundeführer aufmunternd und freudig zu
einem bestimmten Punkt auf dem Platz läuft. Dort angelangt nimmt er
Futter aus der Tasche und macht den Hund darauf aufmerksam. Es sollte so
sein, dass man den Hund vor dem Bauch langsam rückwärtsgehend füttert.
Fängt der Hund an zu fordern, indem er anstößt, belohnt man dies
durch noch mehr Futter. Dieses „Treiben“ dauert nur ein bis zwei
Minuten und wird beendet, indem man den Hund durch ein Hörzeichen und
gleichzeitiges Hochreißen der Arme freigibt. Anschließend spielt man
kurz mit dem Hund und führt ihn vom Platz. Beim nächsten mal bringt
man den Hund genau wieder an die selbe Stelle auf dem Übungsplatz, fängt
er an durch Blicke oder Anstoßen der Hände zu fordern, haben wir eine
wichtige Grundlage in der Ausbildung nach G. Dildei erreicht. Sofort
wird dieses „Treiben“ wieder mit Futter bestätigt. Durch das
langsame Rückwärtsgehen steigert man im Hund die Annäherung zu seinem
Besitzer. Immer noch sind die Übungseinheiten sehr kurz, mit dem selben
Abschluss, dem Freigeben des Hundes.
Kann sich ein Hund, weil er etwa zu jung ist, nicht über die ganze Zeit
konzentrieren, besteht die Gefahr ihn durch ansprechen zur
Aufmerksamkeit zu veranlassen, also zu locken. Unser Ziel ist es aber
ohne jegliche Worte eine Aufmerksamkeit zu erreichen, wobei es scheint,
dass der Hund einen mit seinen Blicken zu durchdringen versucht um
dadurch Futter zu erhalten. Der Hund soll selbst agieren und nicht auf
Locken reagieren.
Aktivität
Ein
Hund der gelernt hat sich an der Unterordnung zu erfreuen und die
Initiative ergreift um seine Belohnung zu erhalten, wird ein Gefühl der
Kontrolle haben. Er wird seinen Führer aktiv „treiben“ um Futter zu
erhalten.
Zeigt der Hund auf dem Übungsplatz Interesse und orientiert sich
spontan an seinem Besitzer, sind die Weichen für ein formales Training
gestellt.
Freifolge
Diese
Übung beginnen wir anfänglich nicht mit der so genannten
Grundstellung, sondern lassen uns vom Hund wieder einige Meter rückwärts
treiben und drehen uns dann zum Hund in die Fußposition. Dies geschieht
sehr langsam, so dass man den Hund nicht verliert, erst mit zunehmender
Gewöhnung wird die Bewegung dann schneller. Der Hundeführer bewegt
sich in Fußposition in einem sanften Rechtsbogen.
Um während des Übens eine natürliche, korrekte Haltung einzunehmen,
wird grundsätzlich das Futter mit der linken Hand gegeben. Diese
befindet sich so am Körper, dass es dem Hund möglich ist, während des
Fußgehens in die Hand zu treiben und das Futter zu nehmen.
Konzentriert sich der Hund einmal nicht nach dem Hundeführer, sollte
das Futter nicht nachgereicht werden, dies würde den Hund nur für
schlechtes Verhalten in falscher Position belohnen. Man ignoriert dies
und wartet bis der Hund wieder von selbst treibt und gibt ihm dann
wieder Futter.
Freigabe
Nach
nur ein paar wenigen Schritten des korrekten Fußgehens wird der Hund
mit dem entsprechenden Hörzeichen wieder freigegeben. Dies ist enorm
wichtig! Dadurch lernt der Hund, wann er konzentriert arbeiten muss und
wann nicht. Es zeigt ein klares Ende der Übung an. Der Hundeführer
sollte sich dabei lebhaft bewegen und dem Hund erlauben ihn
anzuspringen.
Formale Freifolge
Nach
einigen Übungsstunden wird sich der Hund erwartungsvoll an unsere linke
Seite begeben. Wir sind jetzt soweit, dass man zu etwas formaleren Übungen
übergehet. Das Kreislaufen wird jetzt mehr und mehr durch Geraden
ersetzt. Die Übung beginnt immer am selben Punkt auf dem Platz. Dort
wird der Hundeführer durch ein bis zwei Drehungen die Aufmerksamkeit
des Hundes gewinnen und dann für ca. zwei Minuten die Leinenführigkeit
üben. Dies sind einige kurze Geraden unterbrochen von
Doppelrechtwendungen. Wie diese Wendungen ausgeführt werden ist sehr
wichtig, sie sollen schnell, eng und ohne den Hund an der linken Seite
zu verlieren, gezeigt werden. So eine Wendung hängt von zwei Sachen ab.
Von der Aufmerksamkeit und der Geschicklichkeit des Hundes sich um den
Hundeführer zu bewegen. Der richtige Zeitpunkt ist richtig, wenn der
Hund aufmerksam treibt und muss deshalb sorgfältig gewählt werden. Anfänglich
wird die Wendung so langsam ausgeführt, dass der Hund seine Position
nicht verliert. Um das „Treiben“ zu verstärken hält man kurz vor
der Wendung das Futter zurück. Bevor die Wendung ausführt wird,
bewegen wir unsere linke Hand etwas vor unseren Körper und erleichtern
dadurch unserem Hund das Herumkommen. Nach einigen Geraden mit
entsprechenden Wendungen geben wir den Hund wieder frei und gehen vom
Platz.
Um im Hund eine gewisse Erwartungshaltung aufzubauen, muss der Hund
wissen was kommt. Deshalb vertritt Dildei die Meinung, dass alle
Trainingseinheiten immer nach dem gleichen Schema geübt werden sollen.
Weiß der Hund wann eine Wendung kommt, so kann er sich darauf
einstellen. Allerdings soll beim Üben die Trainingsstrecke verkürzt
werden. Soll bei einer Prüfung nach 50 Schritten eine Wendung gezeigt
werden, trainiert man mit 40 Schritten. Am Tag der Prüfung wird sich
nach 40 Schritten eine Erwartung einstellen und die Wendung optimal
gezeigt werden.
Erst wenn der Hund während der ganzen Leinenführigkeit volle
Aufmerksamkeit zeigt, wird das Anhalten mit eingebaut.
Das Sitz
Zwischenzeitlich
hat der Hund sicherlich schon ein Sitz kennen gelernt. Nehmen wir etwas
Futter, halten es über seinen Kopf und führen es nach hinten, wird er
sich setzen. Die Kunst ist es, dies jetzt in der Fußposition zu
erreichen. Diese Übung beginnen wir wieder mit einer Geraden Fußtraining
und warten bis die Aufmerksamkeit des Hundes auf dem Höhepunkt ist.
Dann führen wir die Hand etwas weg vom Körper, so dass der Kopf des
Hundes gerade vorwärts gerichtet ist. Mit dem zurückführen der Hand
über den Kopf, verlangsamen wir unsere Vorwärtsbewegung und
halten an. Korrekt ausgeführt wird sich der Hund gerade setzen. Durch
ein bis zwei langsame Schritte vor dem Sitz bereitet man den Hund auf
diese Übung vor. Bevor wir wieder Angehen warten wir wieder auf höchste
Aufmerksamkeit, geben das Hörzeichen Fuß und gehen an.
Unaufmerksamkeit in der Grundstellung wird einfach ignoriert, dadurch
geben wir dem Hund das Gefühl der Kontrolle des Geschehens.
Ausdehnen der Freifolge
Nach
vielen, vielen Übungsstunden werden wir nach und nach alle formalen Übungsteile
in die Leinenführigkeit mit einbauen. Die Gangwechsel werden langsam
eingefügt. Auch die „Gruppe“ dürfte keine Probleme darstellen.
Obwohl die Leine seither nicht zum Einsatz kam ist es für die Gewöhnung
sinnvoll diese bis zum jetzigen Zeitpunkt zu verwenden. Das Ableinen
sollte flüssig und ohne Unterbrechung der Übung geschehen.
Nur eines ist bis jetzt noch nicht angesprochen worden, die
Kehrtwendung. Diese Übung sollte erst gar nicht versucht werden, bevor
wir die volle Aufmerksamkeit des Hundes erreicht haben und er gelernt
hat den Hundeführer in der Doppelrechtswendung zu treiben und er diese
korrekt ausführt. Auch später wird die Doppelrechtswendung häufiger
geübt als die Kehrtwendung.
Wir beginnen diese Wendung indem wir etwas Futter von der linken in die
rechte Hand geben und empfangen ihn wieder mit der linken in optimaler
Fußposition und bestätigen ihn. Später belassen wir des Futter in der
linken, ziehen ihn damit vor unseren Körper und drehen uns schnell nach
links. Wichtig ist wieder die volle Aufmerksamkeit des Hundes vor der
Wendung.
Sitz und Platz aus der Bewegung
Um
diese Hörzeichen nicht zu verwechseln übt Dildei diese wieder nach
schablonenhaftem Schema. Wie in der PO steht, kommen diese Übungen in
einer festgelegten Reihenfolge. Deshalb übt man das Sitz auch immer vor
dem Platz. Durch dieses schemenhafte Üben weiß der Hund immer welche
Übung als nächste kommt, welches Hörzeichen er erhalten wird und er
zu reagieren hat.
Die Sitzübung wird ausgeführt wie zuvor beschrieben, nur mit dem
Unterschied, dass sich der Hundeführer vor den Hund dreht und vor ihm
stehen bleibt. So erreichen wir das sofortige Absitzen. In dieser
Position werden wir den Hund ca. 20 sec. füttern. Hat sich der Hund
durch das Füttern wieder beruhigt, dreht sich der Hundeführer wieder
zurück in Fußposition und verabreicht ihm wieder einige Stücke Futter
um ihn weiter zu beruhigen. Dann wird der Hund freigegeben und wir
spielen kurz mit ihm. Diese Übungsfolge machen wir zwei bis drei mal,
aber immer vom selben Punkt aus und in gleicher Richtung.
Später werden wir dem Hund lehren ruhig sitzen zu bleiben, während wir
uns von ihm entfernen. Anfangs reicht eine Leinenlänge, wobei wir den
Hund ständig rückwärtsgehend beobachten. Später wird der Hund das
Sitzkommando erwarten auch ohne dass wir uns umdrehen. Schritt für
Schritt wird das kurze Anhalten abgebaut, so dass er auch ohne diese
Hilfe sicher absitzt. Im Moment ist es wichtig, dass wir den Hund für
schnelles Absitzen belohnen. Dies erreichen wir indem wir uns nach dem
Absitzen nur einige wenige Schritte entfernen, dann zum Hund zurückgehen,
ihm etwas Futter geben und uns dann weiter entfernen.
Durch ständig gleich bleibende Entwicklung wird der Hund das Sitz schon
erwarten, dies wird die Übung erleichtern aber auch das Problem eines
vorzeitigen Absitzens hervorrufen. Deshalb bedient sich Dildei zweier
Hilfsmittel. Zum einen muss die Entwicklung in der Prüfung zum Sitz ca.
10 / 12 Schritte betragen. Wenn wir allerdings immer nach 10 Schritten
das Hörzeichen geben, wird der Hund schon nach sieben bis acht
Schritten das Sitz erwarten. Gottfried empfiehlt im Training erst nach
ca. 14 Schritten das Sitzkommando zu geben, dadurch wird der Hund in der
Prüfung bei ca. 10 Schritten noch aufmerksam bei Fuß gehen. Zum
anderen sollte der Hundeführer dann und wann anstatt eine Sitzübung zu
machen, den Hund bis zum Platzende mitnehmen und ihn dort freigeben.
Erst wenn die Sitzübung vollkommen zufrieden stellend gezeigt wird und
wir uns vom Hund entfernen können wird das Platz geübt. Während wir
das Platz üben wird das Sitz nur noch ein mal pro Übungseinheit
gezeigt. Die Entwicklung zum Platz ist die selbe wie zum Sitz, nur in
Entgegengesetzter Richtung, dieser Richtungswechsel wird dem Hund das
Platz erleichtern. Um das Platz schnell zu zeigen bedarf es einiger
gymnastischer Fähigkeiten des Hundes. Er sollte sich nicht zuerst
setzen und sich dann ablegen, sondern in sich zusammenfallen. Dieser
Bewegungsablauf muss zuvor in anderer Umgebung geübt werden. Um die
richtige Technik zu lehren, muss der Hund dies aus dem Stand oder einer
langsamen Bewegung ausführen und nicht aus dem Sitz.
Indem der Hundeführer
seine mit Futter gefüllte Hand unter den Fang des Hundes führt und von
dort herunter und zurück, als ob er es zwischen die Ellenbogen des
Hundes auf den Boden legt, kann er den Hund schnell und effektiv in ein
Platz zusammenfallen lassen. Das ruhige Verweilen in dieser Position
erreichen wir durch ständiges Füttern. Um die gleiche Technik beim
Platz aus der Bewegung zu erreichen, gibt der Hundeführer nach ca. 15
Schritten das Kommando Platz und führt seine mit Futter gefüllte linke
Hand zurück unter die Brust des Hundes. Sobald der Hund liegt wird er
gefüttert indem man Futter zwischen seine Vorderläufe legt, dies wird
ihn im Platz stabilisieren. Nachdem der Hund ruhig geworden ist, bringt
man ihn ins Sitz (Grundstellung) befreit ihn und spielt mit ihm. Um ein
vorzeitiges Aufsitzen zu vermeiden, wirft man immer wieder einige
Futterstücke zwischen die Vorderläufe und gibt ihm dann erst das
Sitzkommando. Dies macht man wieder zwei bis drei mal immer in gleicher
Richtung und immer vom gleichen Startpunkt aus. Das Entfernen vom Hund
übt man wie beim Sitz.
Anfangs ist es nicht nur das Platzkommando das den Hund veranlasst sich
abzulegen. Es sind vielmehr eine Kombination verschiedener Aktionen des
Hundeführers. Später ist es notwendig all diese Hilfen langsam
abzubauen insbesondere die Bewegungen der Schulter, des Kopfes und der Hände.
Ziel ist es, unsere natürliche Vorwärtsbewegung beizubehalten während
der Hund das Platz ausführt. Die einzige Ausnahme wird das
hinunterwerfen des Futters zu den Vorderläufen des Hundes sein. Erst
viel später, wenn das Platz sehr schnell ausgeführt wird, können wir
das Platz ohne Futter ausführen.
Fehler
Wenn wir bis jetzt gut und geduldig geübt haben und der Hund eine Arbeitsfreude zeigt, sollte Ungehorsam ein Fremdwort sein. Fehler können immer noch vorkommen, jedoch keine grobe Ungehorsamkeit. Sehr genau wird zwischen Fehler und Ungehorsamkeit unterschieden. Ein Fehler ist, wenn der Hund wirklich versucht eine Übung auszuführen jedoch durch eine momentane Erwartung oder Verwirrung ein anderes Verhalten zeigt und wird nicht bestraft sondern nur ignoriert. Die Übung wird unter leicht geänderten Voraussetzungen nochmals neu gemacht. Zeigt der Hund jedoch ständig Unaufmerksamkeit ist das der einzige Ungehorsam nach Dildei‘s Meinung. Wurde ständig und richtig nach seiner Methode ausgebildet dürfte dies nicht der Fall sein. Deshalb wird hier noch nicht auf die Korrektur solcher Verhaltensweisen eingegangen. Zeigt der Hund bei der Übung Sitz aus der Bewegung ein Platz, ist es ein grober Fehler des Hundeführers, zornig zu werden und den Hund grob ins Sitz zu bringen. Gerade dieses Verhalten würde den Fehler im Hund so einprägen, dass er an nicht mehr anderes denkt und dadurch immer mehr Fehler zeigt. Statt dessen sollte der Hundeführer ruhig aber schnell zum Hund zurückgehen, ihm ein Sitzkommando geben und ihn mit Futter bestätigen. Danach wird die Übung einfach nochmals ausgeführt. Tritt der Fehler erneut auf, überprüft man sein eigenes Verhalten und ändert dies ggf. . Dildei sagt, korrigiere dich und nicht den Hund! Der wichtigste Faktor in seiner Ausbildung ist nicht das Korrigieren von Fehlern, ja nicht mal das Bestätigen von richtigem Verhalten, sondern die erfolgreiche Ausführung überhaupt!